Suchet der Stadt Bestes

Suchet der Stadt Bestes
Wer wird die neue Bürgermeisterin oder der neue Bürgermeister in Syke? Haben Sie sich schon mal über die Kandidatinnen und Kandidaten informiert? Haben Sie vielleicht sogar schon entschieden, wem Sie am 13. September Ihre Stimme geben werden?
 
Auch der Stadtrat, die Ortsräte und der Kreistag werden gewählt. In diesen Gremien setzen sich viele ehrenamtliche Kommunalpolitiker und -politikerinnen dafür ein, unser Leben vor Ort mitzugestalten. Sie müssen über viele Fragen entscheiden, zu Themen wie Bildung und Betreuung, Verkehr und Wohnraum, Kultur, Umwelt und Zusammenleben. Da geht es um viel KleinKlein aber immer wieder auch um wirklich große Projekte. All das ist manchmal wirklich kompliziert und keine leichte Aufgabe.
 
Ich freue mich über die Bereitschaft der Kandidatinnen und Kandidaten auf den Wahllisten, sich diesen Aufgaben zu widmen. Die sich da zur Wahl stellen, sind bereit, viele Abende und Wochenenden ihrer freien Zeit für Rats- und Ausschusssitzungen zu opfern. Sie bereiten sich vor, sprechen mit Bürgerinnen und Bürgern sowie Institutionen, sie müssen manchmal auch Ärger aushalten, wenn jemandem Entscheidungen nicht gefallen.
Es gibt einen Vers im Buch des Propheten Jeremia, der wichtig ist für das Zusammenleben in einer Stadt: „Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegführen lassen, und betet für sie zum HERRN; denn wenn‘s ihr wohlgeht, so geht‘s auch euch wohl.“ (Jer 29,7)
 
Der Prophet Jeremia richtet seine Worte ursprünglich an Menschen im babylonischen Exil. Sie lebten fern ihrer Heimat in Israel und sie hätten allen Grund gehabt, sich vom öffentlichen Leben fernzuhalten. Aber Gott gibt ihnen einen Auftrag: Engagiert euch! „Suchet der Stadt Bestes.“ Sie sollen Verantwortung übernehmen, sich einbringen und für das Wohl ihres Gemeinwesens beten.
Dieser Auftrag gilt auch heute, er gilt für uns alle hier. Unsere Stadt Syke mit all ihren Ortsteilen lebt davon, dass Menschen sich einbringen und Verantwortung übernehmen – in Vereinen, bei der Feuerwehr, im THW, bei uns in der Kirchengemeinde – und eben auch durch die Teilnahme an Wahlen. Wer wählen geht, bringt zum Ausdruck: Die Zukunft unserer Stadt ist mir nicht gleichgültig. Ich will mitbestimmen, und ich will mit meiner Stimme unsere Lokalpolitikerinnen und -politiker stärken!
 
Als Christinnen und Christen wissen wir freilich: Keine Partei, die wir wählen, und keine Bürgermeisterin und kein Bürgermeister kann uns blühende Landschaften garantieren oder den Himmel in Syke verwirklichen. Alle Menschen haben Stärken und Schwächen, sie können und dürfen auch Fehler machen. Deshalb sind auch Respekt, Gesprächsbereitschaft und die Achtung anderer Meinungen so wichtig. Die Bibel erinnert uns daran, dass jeder Mensch Geschöpf Gottes ist – auch die, deren politische Überzeugungen oder Entscheidungen wir nicht teilen.
Wir sollen aufbauend sein und nicht niedermachend. Und es ist doch auch viel schöner mitanzupacken als schlechtzureden.
 
„Suchet der Stadt Bestes.“ Dieser Auftragist ein gutes Motto für alle, die am 13. September zur Wahl stehen. Und es ist ein gutes Motto für uns: Stärken wir unsere Demokratie vor Ort – mit unserer Stimme, unserem Engagement und unserem Gebet!
 
Herzliche Grüße,
Ihr Pastor Christian Kopp

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